Wieso sind Burritos in Deutschland so teuer?

      Wieso sind Burritos in Deutschland so teuer?

      Moin Leute,

      dann will ich mal meinen ersten Post in diesem Forum absetzen. Und habe damit auch gleich eine Frage an die Allgemeinheit, die mir seit heute morgen im Kopf rumgeistert.

      Warum sind Burritos in Deutschalnd so teuer?

      Kurz zur Erklärung der zugrundeliegenden Gedankenkette:

      Ich hab mir Werbung für einen Kinofilm angesehen, in dem über Chimichangas gesprochen wurde (frittierte Burritos) und da ich nicht wusste, was diese Chimis sind, dachte ich, ich schlage mal nach, wodurch ich bei Wikipedia gelandet bin. Dort wurde darauf hingewiesen, dass Burritos ein sehr günstiges Fast Food darstellen, was mich ein wenig gewundert hat, da ich Burritos sehr gerne mag, mir aber das Preis- / Leistungsverhältnis immer einen Strich durch den Kauf selbiger macht und ich dann lieber um satt zu werden auf ne türkische Pizza mit Lamm zurückgreife. Zum Vergleich: Türkische Pizza mit Lamm 3,50€, ein Burrito liegt hier in der Stadt bei etwa 7,00€. Prinzip zwei zum Preis von einen, also lieber die türkische Pizza.

      Interessiert wie ich aber nun mal schon war habe ich mir dann die Preise amerikansicher Taco Ketten angesehen und war erstaunt, dass dort Burritos ohne zusätzliche Beilagen bei unter 2,00$ liegen, oft um die 1,50$ rum. Nach aktuellem Stand kostet ein Burrito in den USA also 1,37€. Soweit kann ich also nur zustimmen, Burritos sind ein wirklich preisgünstiges Fast Food. Nur hier in Deutschland offensichtlich nicht.

      Und daher die Frage, woher kommt das? Ich meine, eine türkische Pizza zum Vergleich beinhaltet mit Lamm auch nicht mehr oder weniger als ein Burrito. Da es sich dabei um Lammfleisch handelt sollte man also davon ausgehen, dass eine türkische Pizza vergleichsweise "hochwertig" von den Zutaten ist, ein Burrito, naja ein klein bisschen weniger. Wo liegt also die Begründung dafür, dass ich für den Burrito in Deutschland doppelt so tief in die Tasche greifen muss und im Vergleich zu den USA fast das Sechsfache zahlen muss?

      Bin echt gespannt, ob mich da wer erleuchten kann :)

      Danke schon mal Freunde schneller Mahlzeiten!
      Hallo,
      eine interessante Frage. Die Burritos, die ich in den Staaten für ~2$ gesehen habe, waren schon kleine und nicht sehr lecker aussehende Dinger. Vergleichbar mit unseren 1,50€ Dönern. Isst man in amerikanischen Restaurants, kostet ein Burrito auch eher 4$ und aufwärts.
      Und das wird wohl der springende Punkt sein. In BRD gibts wenige bis garkeine, zumindest hier, TexMex Imbissbuden. Man muss schon ein Restaurant aufsuchen. Und da diese hier ebenfalls erst im Kommen sind, können die noch höhere Preise verlangen bzw. machen sie das einfach. Wenns mal Burritos wie Currywurst und Döner an jeder Ecke gibt, dann werden sie bestimmt auch billiger.
      Aber allgemein finde ich mexikanisches Essen bei uns schon recht teuer.
      Klingt an sich doch plausibel.

      Dennoch will ich nicht ausschließen, dass noch jemand auf einen anderen Ansatz kommen könnte.

      Sollte dem allerdings nicht so sein und da wirklich die Begründung drin zu sehen ist, muss man doch darüber nachdenken, ob sich hier nicht eine gewaltige Marktlücke für beispielsweise Taco Bell auftut.

      Sollten die Rohstoffe auch in Deutschland verhältnismäßig günstig zu erwerben sein, wäre es doch an sich naheliegend diese selbst zu füllen solang keine große Kette darauf kommt. Sozusagen ordentliche mexikanische Küche zu vernünftigen Preisen. Ich kann mir schon vorstellen, dass ein entsprechender Markt dafür in Deutschland vorhanden ist, immerhin wird Europa und insbesondere Deutschland zunehmend amerikanisiert, die Werbung bekommt man gratis durch jede zweite amerikanische Serie im Fernsehen, wo sich die Leute Burritos schon zum Frühstück reinpfeifen und die kulinarische Vielfalt im Fast Food Segment ist doch ein wenig, sagen wir mal begrenzt hierzulande.

      Also alles in allem scheint mir da derzeit viel Potenzial brach zu liegen. :)
      Ja klar, das ist jetzt auch nur mein subjektiver Eindruck. Wie es marketing- und wirtschaftsbezogen wirklich aussieht, weiss ich nicht.
      Wenn es nach mir ginge, könnten Burritos, Tacos und Co. gerne die Dönerbuden und Frittenbuden ablösen. Ich bin auch ein Fan dieser Küche. Taco Bell finde ich allerdings nicht so berauschend, aber schon ok. Ist halt auf einer Stufe mit McD und BK, nur halt in TexMex. Bei uns gab es mal eine Arepa Bude, die waren sowas von lecker, wirklich einer der besten Fastfoods, die ich je hatte. Leider lief es aber nicht sonderlich gut, obwohl es der einzige vergleichbare Laden in der ganzen Region war.
      Beneidenswert.

      Hier machte zeitweise nur ein kleiner Burritoladen auf, der allerdings auch nur Burritos verkauft hat, dafür aber gleich ne Hypothek aufs Haus als Bezahlung wollte. 7,00€ für mittlere Burritos, 10,00€ für große.

      Ich geb zu, dass die Burschen echt lecker waren, aber da ist man natürlich nicht jeden Tag hingelaufen bei den Preisen. Leider wollte er es aber auch gleich allen zeigen und hat seinen Laden daher in der Stadtmitte aufgemacht, was anhand des mangelnden Kundenzustroms auch innerhalb eines halben Jahres wieder zur Schließung geführt hat.

      Seither sitze ich hier auf dem Trockenen, wenn ich nicht gerade selbst welche mache, was dann wiederum abermals erstaunlich günstig kommt :)

      TheIncredible schrieb:

      Gegenfrage: warum ist Sushi so teuer in Deutschland?
      Bin kein Sushi-Esser, aber ist Sushi denn wirklich so teuer bei uns? Sehe es auf nahezu jedem "all-you-ca-eat" Asia Buffet, zur Qualität kann ich allerdings nichts sagen.
      Da ich oft in Japan bin, dort zahlt man für ein fatty tuna Sushi (ein Stück) ca. 400 Yen, was bei dem aktuellem (für uns sehr günstigen Wechselkurs) gut 3 € sind. Für das gleiche Geld bekomme ich dort in einer Ramenbar aber schon eine komplette Nudelsuppe. Also Sushi empfinde ich auch in Japan nicht als super günstig.
      Also, ich finde Sushi schon recht teuer, aber auch gerechtfertigt. Frischer, guter Fisch ist fast immer teuer und für gutes Sushi muss das Zeug schon echte Premiumqualität haben. Was da beim AYCE-Asiaten am Büffet liegt, kann man sich mal hinter die Kiemen werfen, weil ist ja mit drin, aber mit Genuss hat das wenig zu tun.

      Zum eigentlichen Thema: Ich denke, dass Burritos hier noch relativ teuer sind, liegt einfach daran, dass es sich erst am Markt durchsetzen muss. Dass wir Döner, Pizza & Co. so günstig bekommen, liegt einfach daran, dass das damals schon durch die Gastarbeiter mitgebracht und über Jahrzehnte hinweg zu dem entwickelt wurde, was es heute ist. Meine Mutter erzählt mir heute noch, dass sie damals irgendwann das erste Mal eine Pizza gegessen hat und dass es damals "total exotisch und teuer" war. Mittlerweile werden ja z.B. Dönerspieße von Großhändlern hier in Deutschland importiert und ich denk mal, das macht es auch erst möglich, sowas günstig anzubieten. In anderen Ländern wurde das kulinarische Angebot halt teilweise von anderen Kulturen geprägt, in den USA viel durch Mexikaner und andere Südamerikaner, in Großbritannien z.B. durch Inder.

      Ich finde das immer ganz interessant. Auch, wenn man dann mal "unser" Essen im Ausland probiert und es ganz anders schmeckt. Letztes Jahr waren wir in London mal beim Chinesen und dort war schon allein die Karte ganz anders (riesige Gerichte inkl. Reis, Nudeln & Co. suchte man da vergeblich, es wurde viel Dim Sum oder sonstige Kleinigkeiten serviert) und es gab auch kaum Scharfes, eher Richtung süß-sauer. Trotz gleichem Ursprung hat sich dort für den britischen Gaumen das Essen ganz anders entwickelt. Wer weiß also, ob Burritos bei uns denen in den USA ähneln würden?!