Quo Vadis Fastfood in Deutschland?

      Quo Vadis Fastfood in Deutschland?

      Hi zusammen,
      ich möchte in diesem Beitrag einfach mal meinen aktuellen Eindruck vom Thema "Fastfood" in Deutschland niederschreiben. Die Situation ist in meinen Augen absolut verkorkst und das ganze Thema geht den Bach runter. Das war alles mal besser! Auch ohne Nostalgie-Romantik-Brille.

      Ich nehme mir jetzt mal 3 Fast-Food-Tempel raus. McDonalds, Burger-King und Kochlöffel. Fangen wir mit dem letzten an.

      Kochlöffel
      In meiner Jugend habe ich in einer Stadt gewohnt in der sich Kochlöffel und McDonalds im Herzen der Stadt gegenüber standen. Man konnte vom McDonalds aus auf den Kochlöffel gucken. Mein erster Kontakt war damals die Situation das mein Vater öfters mal Grillhähnchen von Kochlöffel abends mit nach Hause gebracht hat. Die waren wohl günstig (mein Vater ist ein Sparfuchs) und recht lecker.
      Wenn ich mir die Produktpalette anschauen hat sich diese in den ganzen jahren nur wenig geändert. Das finde ich nicht schlecht. Die Produkte sind in meinen Augen gut und lecker. Die Burger sind okay. Die Pommes haben seit eh und jeh Paprika mit drauf. Der Hamburger hat Sesamsamen drauf. Die Hähnchen sind immer noch lecker. Klar, die Preise gingen mit der Zeit rauf, sind aber in meinen Augen nicht überzogen.
      Aktionsprodukte gibt es auch immer mal wieder. Ich erinnere mich an einen Burger mit Kräuterbutter. Wie einleuchtend und sinnvoll ist das! Rindfleisch, Kräuterbutter. Natürlich passt das und hat gut geschmeckt. Man scheint sich doch Gedanken zu den Aktionen zu machen. Die Aktionen sind gefühlt nicht so häufig, aber irgendwie sinnvoll.
      Also ein Fast-Food-Tempel der stabile Leistungen bringt, kein schlechtes Image hat, und eigentlich überzeugt. Woran scheitert es? An einem Miserablen Filialnetz. Seit eh und jeh gibt es kaum irgendwo einen Kochlöffel. Wenn man jetzt auf der Homepage schaut kann man einen Kochlöffen in Helgoland übernehmen. HELGOLAND!
      Ich hätte gerne mehr Kochlöffel und wünsche dem Franchise viel viel Glück. Aber ich bin sehr skeptisch!
      Burger-King
      Die Filialen von Burger-King kenne ich eigentlich erst seit meiner Aufbildung. In dieser wilden Zeit war für mich Burger-Kind und McDonals gut erreichbar, und ich habe Burger-King klar den Vorzug gegeben. Die Pommes haben mir besser geschmeckt, der Salat war besser, es gab immer mal nette Aktionen. Ich habe das Simpsons-Spielzeug geliebt, die Hähnchenspieße und auch die Chicken-Wings waren (und sind sicher noch) mega! Produkte und Aktionen fand ich gut, das Filialnetz war eigentlich auch ganz gut. Das Marketing fand ich immer etwas lau, aber die in meinen Augen besseren Produkte haben mich dennoch oft zu Burger-King gelotst. Ich war ein Burger-King Fan. Dann kamen die ersten Beobachtungen von Filialen die völlig abgeranzt waren. Ich habe völlig verschlissene Sitzbänke gesehen. Aufgeschlitzt. Offensichtlich hat sich keiner mehr um die Pflege der Filialen gekümmert. Meine Burger habe ich Kopfschüttelnd genossen. Und dann kam Wallraff. Der Skandal war groß und ich hab das Würgen bekommen. Mir war bewusst das es bei McD wohl nicht viel besser ausschaut, aber was Burger-King da dokumentiert falsch gemacht hat war eine Bombe. Als die Bombe nun explodiert war habe ich sehr genau bei Facebook verfolgt wie Burger-King mit dem Skandal umgeht. Bis heute ist für mich der größere Skandal die Nachbearbeitung. Der Chef der in die Kamera lügt, die Yi-Ko die sich mal eben umbenennt und die ganzen Nebelkerzen. Aufrichtig aufgeräumt hat bei Burger-King BIS HEUTE niemand! Und genau deswegen meide ich die Filialen bis heute. Burger-King ist für mich gestorben! Ich betrete keine Filiale mehr, beobachte aber aufmerksam.
      Dabei sehe ich zum Beispiel auch das die Aktionen durchaus Sinn ergeben. Aktuell einen Guacamole-Burger, klingt lecker, aber von mir bekommt Burger-Kind derzeit nur den ausgestreckten Mittelfinger. Leute, ihr habt's verkackt!
      McDonalds
      Bei McDonalds habe ich mich damals auch als Kind wohl gefühlt. Es war immer ein magischer Ort. Die Preistafeln und das knappe Taschengeld. Der Traum sich einfach mal ne 20er McChicken-Box zu bestellen, wie geil, zu teuer. Die Juniortüte war schon nett und bezahlbar. Das Spielzeug eher Tinnef. Die Produkte fand ich nie so gut wie bei Kochlöffel oder Burger-King, aber das Marketing war schon gut. Und damals hatte man bei McDonalds auch noch Aktionen! Ja! Wirklich! Lange ist's her...da gab es Backfisch. Oder die Asia-Wochen mit Frühlingsrollen (bei Kochlöffel übrigens seit eh und je ein Dauer-Produkt!). Los Wochos! Wer kennt die Werbungen nicht. Das Marketing war super, und es gab immer mal einen Grund in den McDonalds zu gehen. Wie schon geschrieben, später fand ich Burger-King von den Produkten einfach besser, aber seit Wallraff bin ich auch mal wieder zu McDonalds gegangen.
      McDonalds heute und McDonalds damals sind 2 paar Schuhe. Heute ist McDonalds für mich von Marketing GROTTENSCHLECHT. Mmmhhexiko? WTF? Los-Wochos kennt jeder, wirklich JEDER, es ist positiv besetzt und auf einmal wird eine Aktion die passen würde unter Mmmhhexiko vermarktet? Wie grottendämlich muss man sein? Generell sind die Aktionen absolut langweilig geworden (Hey! Hüttengaudi! Hey! Stars of Amerika!) das mich diese absolut nicht mehr in die Filialen ziehen. Das letzte Highlight war die Currywurst, das hat gezogen. Wie lang ist es her? EWIG! Alles andere, kann McD gerne für sich behalten. Und die Standard-Produkte? Langweilig. Keines was mir so gut schmeckt das ich deswegen zu McD gehe.
      Ich bin McD gegenüber positiv eingestellt, muss mir aber beim Marketing und Produktmanagement an den Kopf packen. In einem Bericht habe ich mal gesehen das die Burger als erstes mit Play-Doh gebaut werden. Das hat mir einiges erklärt. Sind die Manager in München alle zur Walldorf-Schule gegangen??? Ich wünsche McD auch viel Erfolg, aber auch hier bin ich skeptisch.
      Generell
      Kochlöffen, zu selten. Burger-King, das Schmuddelkind das auf seine Kunden spuckt. McDonalds, die Walldorfschüler die versuchen Play-Doh Burger zu verkaufen.
      Für mich ist damit das Thema Fast-Food in Deutschland gegessen. KEINES der Konzepte überzeugt, und KEINER braucht sich wundern warum die Kundenzahlen zurück gehen. Wo soll ich also in den Burger beißen? Bei den Edel-Buden? Auch zu selten, zu unbekannt (was bekomm ich da für mein Geld? Versenk ich grad 10+€ für Fraß? Probier ichs? Bin ich heut risikobereit?). Discounter-Burger für die Mikrowelle. Also, es gibt die Möglichkeit leckere Burger in der Mikrowelle zu machen. Die Discounter bekommen aber kein produkt in das Regal das annähernd gut ist. Rustlers ist da noch das positive Highlight, aber auch noch weit weg von Ideal. Frische Burger selber machen? Ja, man bekommt so einen sehr guten Burger hin. Nach eigenem Geschmack, perfekt abgestimmt, alles Prima. Allerdings braucht man ZIG anläufe, muss durchhalten um das optimale Rezept zu bekommen und am Ende ist es viel Arbeit. Will man das bei Fast-Food? Kaum. Aber aktuell ist es mein Weg. Ich mache Burger zuhausen weil es auf dem gesamten Fast-Food-Markt in meinen Augen keine nutzbare Alternative mehr gibt!

      Fast-Food in Deutschland ist in meinen Augen tot und der Sargnagel kommt von den einzelnen Ketten selbst. Hier wird tagtäglich so viel falsch gemacht das man schreien und um sich schlagen möchte.

      So, jetzt bitte der Shitstorm von den einzelnen Fanboys :D

      Grüße

      Guido